Der
Überfall auf einen Rentner in einer Münchner U-Bahn-Station löste in der Politik eine heftige Kontroverse über gewalttätige (ausländische) Jugendliche in Deutschland aus. Die Vorschläge die dabei präsentiert werden sind allerdings alles anderes als neu. Ein immer wieder vorgebrachter Vorschlag ist, die Strafen für jugendliche Gewalttäter zu erhöhen, da dadurch auch eine höhere Abschreckung erzielt würde.
So äußerte sich auch der bayrische CSU Fraktionsvorsitzende Georg Schmidt in einem Interview mit
Focus online:
"Wenn harte Strafen verhängt werden, dann hat das auch eine abschreckende Wirkung – gerade auch bei jungen Straftätern. Hier sollte es sich die Justiz nicht so einfach machen und die gesamte Verantwortung nur der Politik überlassen."
Also ich hab dabei meine Zweifel. Können Sie sich vorstellen, dass in dem eingangs erwähnten Fall sich die beiden Täter auch nur eine Sekunde lang Gedanken darüber gemacht haben, welche Strafe ihnen droht. Oder glauben Sie, dass die Täter sich gedacht haben: "Für versuchten Mord (sofern in diesem Fall überhaupt ein Tötungsvorsatz gegeben war) erwarten uns maximal 10 Jahre das ist es uns Wert den Rentner mal zusammenzuschlagen". Und wer glaubt den Ernsthaft, dass wenn die maximale Strafe nun auf 15 Jahre angehoben werden würde, (Anm.: der 18 jährige Täter könnte auch nach geltendem Recht nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden) sich diese beiden Jugendlichen dann gesagt hätten "Ne für 15 Jahre machen wir das nicht, da lassen wir den Rentner lieber in Ruhe".
Ich hab zwar auch kein Patentrezept parat wie man Jugendkriminalität bekämpfen kann, aber an der präventiven Wirkung von härteren Strafen darf doch sehr stark gezweifelt werden.
Nachtrag, 05. 01.2008: An dieser Stelle möchte ich noch auf einen lesenswerten Artikel zur Jugendkriminalität auf
stern.de verweisen, in dem auch Prof. Dr. Thomas Feltes von der Ruhr-Universität Bochum (meine Alma Mater) zu Wort kommt.